Fragen und Antworten

Was ist DVB-T2?

DVB-T2 ist der Nachfolge-Standard von DVB-T (in Deutschland oft als Überall-Fernsehen bezeichnet) und gehört zur zweiten Generation der internationalen Standards für digitale Fernsehübertragung. DVB steht für Digital Video Broadcasting, der Zusatz „T” steht für Terrestrik und weist auf den Empfangsweg (Antenne) hin. DVB-T2 hat eine höhere Effizienz der Signalverbreitung, die für die Übertragung von mehr Programmen, einer besseren Bildqualität (HDTV) und interaktiven Diensten (HbbTV) benutzt werden kann.

Welche Technologien stecken hinter DVB-T2 HD?

DVB-T2 ist der Nachfolgestandard von DVB-T für die Übertragung digitaler Programme über Antenne. Der technische Vorteil von DVB-T2 besteht darin, dass die Bandbreitenfrequenzen effizienter genutzt und so höhere Datenübertragungsraten realisiert werden können. Dies ermöglicht die Übertragung der größeren Datenmengen von HD-Programmen im Vergleich zu bisherigen SD-Programmen.

DVB-T2 kommt als Standard bereits in vielen Ländern zum Einsatz, wobei der Videokompressionsstandard H.264/MPEG-4 genutzt wird, um im Vergleich zu DVB-T mehr Programme zu übertragen.

Deutschland geht mit DVB-T2 HD noch einen Schritt weiter und verknüpft DVB-T2 nicht mit dem Videokompressionsverfahren H.264/MPEG-4, sondern mit dem hocheffizienten Videokompressionsverfahren H.265/HEVC, das z. B. auch bei der Komprimierung von Ultra-HD-Videos verwendet wird. Dies ermöglicht eine weitere Steigerung von Qualität und Anzahl der ausgestrahlten HDTV-Programme über Antenne.

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Ab wann gibt es DVB-T2 Geräte mit HEVC und woran erkennt man diese?

Erste Endgeräte sind bereits im Handel. Das grüne Logo „DVB-T2 HD” bietet den Konsumenten eine einfache Orientierung beim Einkauf, welche Geräte sich für den Empfang von DVB-T2 in Deutschland eignen. Aufgrund des Einsatzes von HEVC bei der Einführung von DVB-T2 in Deutschland, ist es wichtig, sich nicht nur am internationalen Standard-Logo „DVB-T2” zu orientieren. Einige TV-Sender werden ihre DVB-T2 HD-Programme verschlüsselt ausstrahlen: Für den Empfang dieser Programmangebote müssen die Empfangsgeräte zusätzlich über eine Entschlüsselungsfunktion verfügen. Auch hier wird es vom Sendenetz- und Plattform-Betreiber Media Broadcast autorisierte digitale Empfangsboxen geben, die die Entschlüsselungstechnik schon mit enthalten. DVB-T2 HD-Fernsehgeräte lassen sich über eine CI+-Schnittstelle mit einem Modul entsprechend nachrüsten.

Kann ich weiterhin Antennenfernsehen via DVB-T sehen?

DVB-T2 HD Fernseher und Receiver sind abwärtskompatibel zu DVB-T. Somit können Sie bis zur Umstellung auf DVB-T2 HD auch mit Ihrem neuen Empfangsgerät wie gewohnt weiterhin TV-Programme via DVB-T empfangen. Zum offiziellen Start der Regelaustrahlung von DVB-T2 HD (ab Anfang 2017) ist zunächst noch eine simultane, also gleichzeitige Ausstrahlung von DVB-T vorgesehen. DVB-T2 HD löst also DVB-T nicht einfach über Nacht ab. Die zeitliche Begrenzung dieser gleichzeitigen Ausstrahlung von DVB-T und DVB-T2 HD in bestimmten Regionen ist allerdings nicht exakt festgelegt. Es ist so durchaus möglich, dass das alte DVB-T-Signal in Gebieten, in denen DVB-T2 HD schon verbreitet ist, nach und nach bereits in 2017/2018 abgeschaltet wird.

Bis zum Sommer 2019 soll die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD komplett abgeschlossen werden. Spätestens dann wird der Betrieb von DVB-T vollständig eingestellt und ausschließlich das neue, hochauflösende DVB-T2 HD über Antenne empfangbar sein.

Welche Programme kann man über DVB-T2 / HEVC empfangen?

Bisher haben alle großen Sendergruppen und Programmveranstalter die Absicht bekundet, ihre Inhalte in HDTV über DVB-T2 in Deutschland zu verbreiten. Dazu gehören neben den öffentlichen-rechtlichen Programmen von ARD und ZDF auch private Angebote der Mediengruppe RTL Deutschland und von ProSiebenSat.1 Media SE. Shoppingsender, Spartenprogramme und regionale Programme werden wahrscheinlich hinzukommen. Insgesamt sollen es bei DVB-T2 HD rund 40 Programme sein.

Wen betrifft die Einführung von DVB-T2?

Die Umstellung betrifft alle Haushalte, die das seit 2002 in Deutschland eingeführte ÜberallFernsehen (DVB-T) stationär über Haus-, Außen- oder Zimmerantenne empfangen. Auch die Nutzer von portablem oder mobilem DVB-T-Empfang – etwa über USB-Sticks für Laptops oder in Autos – sind betroffen. Dafür werden DVB-T2 HD-geeignete Lösungen entwickelt.

Kann ich meinen vorhandenen DVB-T Receiver oder DVB-T fähigen Fernseher weiterverwenden?

Nein, Endgeräte, die für den Empfang von DVB-T ausgelegt sind, können den Nachfolge-Standard DVB-T2 leider nicht abbilden. Es wird ein neues Empfangsgerät benötigt, das nicht nur DVB-T2, sondern auch HEVC unterstützt. Ein Austausch des Fernsehers selbst ist nicht erforderlich. Im Handel werden entsprechende Zusatzgeräte (Receiver) angeboten, um auch vorhandene Fernseher in Deutschland „fit” zu machen für DVB-T2 mit HEVC. Wer in den Genuss von HD-Bildqualität kommen will, benötigt aber einen Fernseher, der die hohe Bildauflösung darstellen kann (HD ready oder HDTV).

Welche Kosten entstehen beim Umstieg auf DVB-T2?

Alle öffentlich-rechtlichen Sender werden – wie bisher bei DVB-T – über den Rundfunkbeitrag finanziert, daher auch für Antennen-Zuschauer unverschlüsselt und ohne zusätzliche Kosten angeboten. Die privaten Sender werden verschlüsselt angeboten. Gegen eine Empfangsgebühr können diese freigeschaltet und entschlüsselt werden. Das ist vergleichbar mit den HDTV-Angeboten bei Satellit und Kabel bzw. IPTV. Dazu kommen die einmaligen Anschaffungskosten für ein DVB-T2 HD-Empfangsgerät, die von der gewählten Geräte- und Produktklasse abhängen.

Welchen Verschlüsselungsstandard werden die privaten Sender benutzen?

Die privaten Sender werden mit Irdeto verschlüsselt. Bereits erhältliche Fernsehgeräte und Set-Top Boxen mit dem grünen DVB-T2 HD Logo können mit einem zusätzlichen CI+ Modul für den Empfang privater Sender aufgerüstet werden. Solche Module sind voraussichtlich ab Mitte dieses Jahres im Handel erhältlich. Ab Mai werden ebenso Empfänger mit integriertem Verschlüsselungssystem im Handel erhältlich. Da die neuen Geräte auch abwärtskompatibel sind, kann das derzeit noch ausgestrahlte, herkömmliche DVB-T Signal mit diesen Geräten ebenfalls empfangen werden.

Können bestehende Dach- oder Zimmerantennen für den Empfang von DVB-T2 genutzt werden?

Im Prinzip werden für DVB-T2 HD dieselben Frequenzen wie für das herkömmliche Antennenfernsehen benutzt. Daher ist auch der Empfang mit der bisherigen Dach- oder Zimmerantennen möglich. Man sollte allerdings überprüfen, ob sie den Frequenzbereich von 470 bis 690 MHz abdeckt, denn diese Frequenzen sind die Voraussetzung für den Empfang von DVB-T2 HD.

Wieviel wird die jährliche Gebühr für die privaten Programme betragen?

Leider liegen hierzu noch keine Informationen vor. Zur IFA 2016 soll die Marke für das kostenpflichtige Angebot privater Programme über DVB-T2 HD eingeführt werden. Dann werden auch die Gebühren und das endgültige Verfahren zur Nutzung des Angebots durch den Netzbetreiber Media Broadcast bekanntgegeben. Auf diesem Portal finden Sie – sobald verfügbar - alle Information hierzu.

Wie werden die privaten Programme entschlüsselt?

Für die Entschlüsselung des privaten Programmangebots via DVB-T2 HD sorgt ein sogenanntes Irdeto Entschlüsselungssystem - es wird keine Smartcard benötigt. Dieses System ist entweder direkt in Ihrem neuen DVB-T2 HD Receiver oder Fernseher integriert, oder es lässt sich über ein optional erhältliches Irdeto CI+ Modul nachrüsten. Es ist durchaus möglich, dass Ihr DVB-T2 HD Empfangsgerät trotz eingebautem Irdeto-Entschlüsselungssystem einen Schlitz für eine Smartcard oder eine SIM-Card hat. Dieser dient lediglich als technische Alternativlösung, falls sich bis zur Einführung des kostenpflichtigen Programmangebots Änderungen am Entschlüsselungssystem ergeben.

Zwei Varianten zur Entschlüsselung des privaten Programmangebots:

Entschlüsselung mit optional erhältlichem Irdeto-Modul (über CI+ Slot)
Nachrüstung vom DVB-T2 HD fähigem Fernseher mit Irdeto-Modul.
Entschlüsselung über integriertes Irdeto-Modul.
Receiver mit integrierten Irdeto-Modul

Ab wann werden die privaten Programme via Antenne kostenpflichtig?

Zur Einführung sind die Programme von RTL, Sat1, ProSieben und Co. noch kostenfrei, aber bereits verschlüsselt. Mit dem Start des DVB-T2-Regelbetriebs - also ab dem 1. Quartal 2017 - gibt es eine dreimonatige kostenlose Probephase, bis Zuschauer tatsächlich zahlen müssten.